15 Mayıs 2015 Cuma

Ballonfahrt in Kappadokien

Es begann aber alles erst so richtig, als am 4. Juni 1783 als die Gebrüder Jacques und Joseph Montgolfier auf dem Marktplatz des kleinen Städtchens Annonay im Süden Frankreichs ihr Gebilde aus Papier und Stoff zwischen zwei hohen Holzmasten aufbauten.
Es war das Gerücht aufgekommen, dass die Gebrüder etwas noch nie Dagewesenes an diesem Morgen vorführen wollten. Aus diesem Grund strömte eine große Menschenmenge auf den Marktplatz von Annonay um an diesem Spektakel teilzunehmen. Sie wurden nicht enttäuscht, denn gegen 12 Uhr Mittags erlebten sie den ersten Start eines Körpers schwerer als Luft und gleichzeitig auch den ersten Start eines Heißluftballons.


Am 19. September 1783 starteten vor 130.000 Zuschauern und im Beisein von König Ludwig dem XVI. die ersten Passagiere: ein Hammel, eine Ente und ein Hahn wobei sich nach Überlieferung der Hahn bei der Landung ein Bein brach. Die Kunde vom ersten Start eines Ballons gelangte schnell nach Paris und so wurden die Gebrüder Montgolfier vom damaligen König Ludwig XVI eingeladen einen Start in Paris zu wiederholen. Es war vorgesehen, dass der Ballon erstmals und als besondere Attraktion, zu Ehren des Königs mit Personen in die Luft gehen sollte. Vorgesehen hierfür, waren zwei zum Tode verurteilte Sträflinge.

Auf Intervention des Adels, der der Auffassung war, dass man bei so einem Weltereignis nicht Sträflinge nehmen sollte, entschlossen sich dann der Marquis de Arlange und der Comté de Rochfourt den Start mit dem Ballon zu wagen. Der Start erfolgte an einem kühlen Novembermorgen des Jahres 1783 aus den Schlossanlagen von Versailles und endete nach einer ruhigen Fahrt, über ganz Paris hinweg, ohne Probleme in der Gegend von Compiegne, 8 Kilometer vom Starplatz entfernt.

Der Ballon wurde mit Ölgetränktem Holz, Papier, feuchtem Stroh und Stoff befeuert. Damals war man der irrigen Meinung, dass der Rauch (und nicht unbedingt die warme Luft) für den Auftrieb sorgte. Also verbrannte man alles, was stark rauchte.

                      Fahren oder fliegen
Ballonfahrer unterscheiden zwischen fliegen und fahren. Gefährte, die leichter als Luft sind, wie Ballone, fahren in diesem Sprachgebrauch, während Flugzeuge, die schwerer als Luft sind, fliegen. Dies könnte historischen Ursprung haben. Bereits die ersten Ballonfahrer sprachen vom „Ballonfahren“, da sie das Vokabular der Seefahrt übernahmen.













12 Mayıs 2015 Salı

Wo ist Kappadokien


Das Gebiet, das als Kappadokien bezeichnet wird, umfasst in der Zentral Türkei hauptsächlich die Provinzen Nevşehir, Niğde, Aksaray, Kırşehir und Kayseri.
Der Name Kappadokien stammt vom dem altpersischen Katpatuka und bedeutet "Land der schönen Pferde".
Die Gegend besteht aus Tuff des Vulkans Erciyes und des Hasan Dağı, welcher wegen der geringen Niederschlagsmengen nur langsam verwittert. Härteres Gestein bleibt stehen, so dass die so genannten Feenkamine entstehen.

Geschichte: Die frühesten Spuren von Siedlern stammen aus der Zeit um 6500 v. Chr. Die indogermanischen Hethiter machten sich den fruchtbaren Boden bereits 1600 v. Chr. zu Nutze und bauten Getreide an. Später kamen die Phryger und Lyder, dann im späten 7. Jahrhundert v. Chr. die Meder, die aber bald von den Persern abgelöst wurden. Nach dem Alexanderfeldzug, der Kappadokien nur kurz gestreift hatte, was der bisherige persische Satrap Ariarathes I. nutzte, um seine eigene Herrschaft zu sichern, fiel Kappadokien an die Makedonen. Perdikkas besiegte Ariarathes I. 323 v. Chr. und ernannte Eumenes von Kardia zum neuen Satrapen. Ariarathes I. wurde hingerichtet, sein Sohn Ariarathes II. soll jedoch mit einigen Getreuen nach Armenien geflohen sein (Diod. XXXI, 19, 4f.).
Bald jedoch bekämpften sich die Diadochen und auch Kappadokien geriet in diese Machtkämpfe. Zunächst standen sich im ersten Diadochenkrieg Eumenes von Kardia und Krateros gegenüber. Die Schlacht konnte Eumenes für sich entscheiden, Krateros fiel. Da aber in Ägypten Perdikkas gefallen war, verurteilte die makedonische Heeresversammlung Eumenes zum Tode. Antigonos I. Monophthalmos erhielt den Oberbefehl über die Truppen, die Eumenes besiegen sollten, die Satrapie Kappadokien ging an Nikanor, der jedoch in den historischen Darstellungen bald als General des Antigonos erscheint und ihm damit auch die Satrapie übergeben zu haben scheint (entweder um 319 v. Chr. oder spätestens 312 v. Chr.). Eumenes konnte sich einige Zeit behaupten, musste aber schließlich im Frühjahr 319 v. Chr. nach Medien fliehen.
Im zweiten Koalitionskrieg 316/15 - 311 v. Chr. konnte Antigonos seine Herrschaft über Kleinasien und damit auch über Kappadokien behaupten.
Nach Diodor konnte Ariarathes II. noch zu Lebzeiten des Antigonos nach Kappadokien zurückkehren, wo er dessen Strategen Amyntas besiegte. Im Norden Kappadokiens hatte sich in der Zwischenzeit Mithridates I. einen eigenen Machtbereich erschaffen, das spätere Königreich Pontos.
Nach der Schlacht von Ipsos 301 v. Chr., in der Antigonos fiel, wurde die Macht über Kleinasien von den Diadochen neu geregelt. Lysimachos erhielt demnach offiziell Kleinasien bis zum Tauros, jedoch widersprechen sich die antiken Autoren in diesem Punkt. So behauptet Appian im Gegensatz zu Diodor, dass Kappadokien nach dieser Schlacht direkt an Seleukos I. Nikator ging (App. Syr. 55 (281)).
Spätestens jedoch nach der Schlacht von Kurupedion im Februar 281 v. Chr. konnte Seleukos Kleinasien und damit Kappadokien für sich beanspruchen.
Der seleukidische Herrschaftsanspruch über Kappadokien wurde jedoch von den Ariarathiden bekämpft und ab ca. 260 (oder schon früher?) konnte sich diese Dynastie von den Seleukiden lösen, Kappadokien wurde ein unabhängiges Königreich. Zunächst noch eng mit dem Seleukidenhaus verbunden, änderte sich die Ausrichtung der Ariarathiden ab 188 v. Chr. Die vernichtende Niederlage, die Antiochos III. gegen die Römer erlitten hatte, verlagerte die Machtverhältnisse in Kleinasien abermals. Von nun an dominierte Pergamon, der römische Bundesgenosse die Politik und die Ariarathiden verbanden sich mit den pergamenischen Attaliden. Zudem gerieten die Ariarathiden mit den pontischen Mithadatiden in Konflikt, der nach dem Aussterben der Dynastie in den mithradatischen Kriegen seinen Höhepunkt finden sollte.

Auch die Ariobarzaniden die von 95 v. Chr. bis 36 v. Chr. Kappadokien regierten, hatten mit dem pontischen König Mithridates VI. Eupator einen großen Gegner und langwierige Kämpfe um die Herrschaft auszutragen. Vor allem die römischen Feldherren Sulla, Lucullus und Pompeius waren für die Ariobarzaniden wichtige "Verbündete".

Antonius setzte 36 v. Chr. Archelaos als neuen König über Kappadokien ein, der nach den Kriegen mit Mithridates und den folgenden schweren Jahren Stabilität und Wohlstand zurück brachte. Kaiser Tiberius bereiteten dem eigenständigen Königreich 18 n. Chr. ein Ende und integrierte es als kaiserliche Provinz. Nach der römischen Reichsteilung 395 n. Chr. wurde Kappadokien eine oströmische Provinz. Die Isaurier fielen im 5. Jahrhundert nach Christus in Kappadokien ein, die Hunnen im 6. Jahrhundert. Das byzantinische Heer wurde von den Seldschuken im 11. Jahrhundert besiegt. Es folgten die Turkmenen und schließlich die Osmanen. Seit dem Altertum lebten Griechen in der Gegend, wurden jedoch in den 20er Jahren nach Griechenland zwangsumgesiedelt. Der griechische Dialekt dieser Region, das Kappadokisch, gilt heute als ausgestorben.

Religion: Im frühen Christentum war Caesarea ein wichtiger Bischofssitz. In der Kirchengeschichte sind die drei kappadokischen Väter bekannt, die aus dieser Gegend stammten und überwiegend dort lebten. Kappadokien war eines der wichtigsten frühchristlichen Zentren. Bis zum Jahre 1071 war es unter byzantinischer Herrschaft. Mehr als 3000 Kirchen, die dort bis heute entdeckt wurden, zeugen von der christlichen Vergangenheit, die bis in die Anfängen des 20. Jahrhunderts reichte. Die letzten griechisch-orthodoxen Christen verließen die Region im Rahmen des großen Bevölkerungsaustausches zwischen der Türkei und Griechenland im Zeitraum 1922 bis 1924.
Kappadokien lag an der berühmten Seidenstraße. Die dort lebenden Menschen wurden oft von vielen unterschiedlichen Aggressoren überfallen. Deshalb haben die Bewohner das weiche Tuffgestein ausgehöhlt, um sich darin zu verstecken. Es entstanden ganze unterirdische Städte, die heute noch zu sehen sind.

Wegen dieser regen Kulturgeschichte und den atemberaubenden Landschaftsformationen wurde die Region 1985 von der UNESCO als Weltkulturerbe und Weltnaturerbe unter Schutz gestellt.

Erciyes Dağı: Erstbesteigung 1837 durch William John Hamilton .
Der Berg Erciyes (türk. Erciyes Dağı) ist ein erloschener Vulkan und mit 3917 m Höhe der fünfthöchste Berg der Türkei. Er liegt 25 km südlich von Kayseri in der türkischen Landschaft Kappadokien. Der antike Name des Erciyes Dağı war Argaios.
Der Berg ist auch ein Symbol von Kayseri. Da Kayseri ca. 1000 m hoch liegt, ist dementsprechend von dort ca. 2917 m Höhenlänge des Erciyes zu beobachten. In diesem trockenen Gebiet sorgt der Erciyes für ein mehr als 1000 km² großes fruchtbares Land.

Hasan Dağı: Der Hasan Dağı ist ein inaktiver Vulkan innerhalb der Provinzen Aksaray und Niğde in Region Kappadokien.
Mit einer Höhe von 3.268 Metern ist er der zweithöchste Berg von Zentralanatolien. Der Berg ist nur zu Fuß auf einem sechsstündigen Marsch zu erreichen. Von der Spitze aus ist ein besonderer Blick zum Taurusgebirge, über das anatolische Hochland mit dem Tuz Gölü und über Kappadokien möglich.


Kultur- und Naturdenkmal: 1986 als historischer Nationalpark eingerichtet, Fläche 95,76 qkm, Höhen bis zu 1325 m, Tal von Göreme ein erodiertes Plateau in einer ehemals vulkanisch aktiven Region; Folge der Verwitterung sind Säulen, Türmchen, Obelisken, Felsnadeln, die eine Höhe von bis zu 40 m erreichen; zahlreiche mit Fresken ausgeschmückte Höhlenkirchen wie Eustathios-Kirche, Kiliçlar-Kirche und Elmali-Kirche


Flora und Fauna:

Vegetation u. a. mit Reseda armena, dem Sandelholzgewächs Thesium scabriflorum und dem Bleiwurzgewächs Acantholimon ssp., zudem 110 endemische Arten wie Acanthus hirsutus; Säuger wie Grauwolf, Rotfuchs, Otter, Steinmarder, Europäischer Dachs; Vogelarten wie Felstaube und Steinhuhn

Göreme Kappadokien Freilichtmuseum


Göreme (Maccan/Avcılar)


Göreme liegt umgeben von Tälern 10 km von Nevşehir entfernt in dem Dreieck Nevşehir-Ürgüp-Avanos. Alte Namen für Göreme waren Korama, Maciana, Macca und Avcıları. Der Name Korama wird erstmals in einer Urkunde aus dem 6. Jahrhundert erwähnt. Aus dem Dokument geht hervor, dass der Heilige Hieronymus mit 30 seiner Anhänger in Malatya zu Tode gemartert wurde und man seiner in Korama wohnenden Mutter die abgeschnittenen Hände ihres Sohnes geschickt habe. In der Tokalı-Kirche im Freilichtmuseum Göreme ist die Geschichte des Märtyrers auf großen Fresken dargestellt. Die Einwohner von Venessa, dem heutigen Avanos, haben Göreme in der römischen Zeit mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit als Nekropole benutzt. Ein grosses Grabdenkmal mit zwei Säulen in einem Feenkamin mitten im heutigen Göreme sowie die zahlreichen Gräber in der Umgebung sprechen dafür.
Im frühen Mittelalter war Göreme ein bedeutendes christliches Zentrum und im 11. und 13. Jahrhundert ein an Mokissos in der Nähe von Aksaray gebundenes Bistum. Trotz der vielen Felsenklöster, -kirchen und -kapellen im Raum Göreme sind irgendwelche Unterlagen in Bezug auf die Baugeschichte nirgends zu finden. Unsere Datierung basiert auf der Fresken- und Bautechnik der Sakralbauten.


Freilichtmuseum

Ende des zweiten Jahrhunderts siedelten bereits viele Christen in Kappadokien. Aus dieser Zeit sind zwei Bistümer bekannt, eines in Malatya und eines in Kayseri. Im dritten Jahrhundert entwickelten glaubensstarke Mönche die Gegend zu einem lebendigen religiösen Zentrum. Das vierte Jahrhundert gehörte dem Heiligen Basileos, Bischof von Kayseri, dessen Bruder Gregor von Nyssa und Gregor von Nazianus. Diese christlichen Geistesgrössen bündelten das gesamte christliche Gedankengut und gaben ihm eine neue Form (Trinitätslehre). Noch heute ist die Lehre des Heiligen Basileos für die christliche Welt von hoher Bedeutung. Basileos war kein theoretisierender Frömmler, sondern praktizierender Christ, der fernab von Dörfern und Städten kleine Siedlungen als moralisch-ethische Zufluchtsstätten für den Menschen gründete.
Hier hat er über seine Auslegung einer christlichen Lebensführung gepredigt anstatt traditionelle Lehrmeinungen zu wiederholen. Dieses wurde jedoch wie auch in Ägypten und Syrien von den anderen christlichen Gruppen nicht angenommen. Die bedeutende Reform, die Basileos in Kappadokien durchgeführt hat, sollte in Form gemeinsamer Gebete neu eingeführt werden. Dieses Lehrsystem wurde in Göreme erstmals praktiziert und hat sich dann auf Soğanlı, Ihlara und Açıksaray ausgeweitet.


Die Kirchenarchitektur von Göreme
Die in Göreme am häufigsten anzutreffende Kirchenform mit einem weiten, überwölbten Raum war für die hier lebenden Religionsgemeinschaften und Einsiedler die angemessene, auch Grabkammern wurden so angelegt. Der quer geteilte Raum mit rechteckigem Grundriss ist mesopotamischen Ursprungs. Die besonders in Göreme häufig anzutreffenden Sakralbauten in dieser Art wurden von fremden Gemeinden errichtet. Kirchenbauten mit zwei gleich grossen Räumen sind selten. In Göreme ist nur die St. Eusthatios-Kirche so gebaut. In Soğanlı und Ihlara stehen einige. Bevorzugt wurde dieser Typ bei Bischofskirchen wie zum Beispiel der Durmuş Kadır-Kirche.
Der Bau von großen und architektonisch reichen Kirchen war schon aufgrund des Standplatzes unmöglich.
Die Fresken wurden entweder direkt auf die Felswand wie bei der Basileos-, Barbara- und Elmali-Kirche oder auf die mit einem Gemisch aus Gips, Sand und Stroh verputzte Felswand mit Läppchen oder Pinsel aufgetragen und stellen mit Ausnahme der geometrischen Motive aus der ikonoklastischen Periode samt und sonders Szenen aus der Bibel und Heilige dar.


Die Tokalı Kirche
Die Kirche ist die älteste im Gebiet und besteht aus vier Gebäuden, der Eski (Alten) Kirche, einer Kirche unter der Alten Kirche, der Yeni (Neuen) Kirche und der an der Nordseite der Neuen Kirche gelegenen Kapelle.
Die zu Beginn des 10. Jahrhunderts gebaute Alte Kirche ist heute praktisch die Eingangshalle zur Neuen und war im Original ein einräumiges Gewölbe. Beim Anbau der Neuen Kirche an der Ostseite wurde die Apsis der Alten Kirche abgerissen. Die Fresken, das Leben Jesu darstellend, setzen sich, beginnend im rechten Seitenflügel am oberen Wandabschnitt, am oberen Wandabschnitt des linken Seitenflügels fort. Die Heiligenbilder in der Mitte des Gewölbes sind durch Friese von den übrigen Fresken getrennt. Die Fresken stellen im oberen Band des rechten Flügels die Verkündigung, den Besuch des Erzengels Gabriel bei Maria, den Beweis der Jungfräulichkeit Marias, die Reise nach Bethlehem und die Geburt dar; im oberen Band des linken Flügels die Anbetung der Heiligen Drei Könige, die Ermordung der unschuldigen Kinder auf Befehl von Herodes, die Flucht nach Ägypten, Jesus im Tempel, den Tod des Zacharias; im mittleren Band des rechten Flügels den Besuch Marias bei Elisabeth, den Missionierungsauftrag an Johannes den Täufer, die Prophezeiung Johannes des Täufers, Jesus und Johannes den Täufer, die Taufe, die Hochzeit zu Kanaan; im mittleren Band des linken Flügels das Weinwunder, den Missionierungsauftrag an die Apostel, die Heilung des Blinden, die Auferstehung des Lazarus von den Toten; im unteren Band des rechten Flügels die Reise nach Jerusalem, das Abendmahl, den Judas-Kuss und Jesus vor Pontius Pilatus; im unteren Band des linken Flügels Jesus auf dem Weg nach Golgatha, Jesus am Kreuz, Jesu Abnahme vom Kreuz, Jesu Grablegung, die Frauen am leeren Grabe sowie Jesu Weg ins Reich der Toten und Jesu Himmelfahrt dar. Unter diesem Band sind noch Heilige und über dem Eingang die Verklärung dargestellt.
Die Neue Kirche ist ein rechteckiges, quer geteiltes Gewölbe mit vier durch Bögen miteinander verbundenen Säulen an der Ostwand, hinter denen ein Gang ansteigt, der zur Hauptapsis mit ihren beiden Seitenapsiden führt. Im Kirchengewölbe ist das Leben Jesu in überwiegend blauen und roten Farben dargestellt. Das lapislazuli-farbene Blau ist charakteristisch für die Tokalı-Kirche. In der Querteilung des Kirchenraumes sind das Leben des Heiligen Basileos, verschiedene Heilige und die Wunder, die Jesus vollbracht hat, dargestellt. Die Neue Kirche wurde Ende des 10. oder zu Beginn des 11. Jahrhunderts gebaut. Die Fresken im linken Flügel stellen den Missionsauftrag an Johannes den Täufer, die Taufe, Jesus im Tempel, den Missionsauftrag an Matthäus und die Apostel und die Hochzeit zu Kanaan dar; im rechten Flügel die Flucht nach Ägypten, die Versuchung Jesu, Jesus mit 12 Jahren; in der Gewölbemitte die Himmelfahrt Jesu und die Weisung der Apostel zum Wege Gottes; im südlichen Gewölbeflügel die ersten Diakonen, die Ausgießung des Heiligen Geistes und wiederum die Weisung der Apostel zum Wege Gottes; an der Gewölbesüdwand nichtvollendete Engel, darunter Heilige und ganz unten die Heilung des Sohnes des reichen Mannes, der Tochter des Jairus und des Lahmen, die Auferstehung des Lazarus von den Toten, die Reise nach Jerusalem und das Abendmahl; im Westflügel die Fußwaschung, an der Hauptapsis Jesus am Kreuz, die Abnahme Jesu vom Kreuz, die Frauen am leeren Grabe und den Weg Jesu in das Reich derToten; an derVorderfront der Apsis die ersten Diakonen, Jesus und die Frau von Samarra (Sumera), im Eingang Maria mit dem Jesuskind und an der Nordapsis Propheten und Engel.

Die Mönchs- und Nonnenkloster 

Das links des Eingangs vom Göreme-Freilichtmuseum liegende sechs- bis siebenstöckige Felsenhaus ist als Nonnenkloster bekannt. In der ersten Etage befinden sich der Speisesaal, die Küche und einige Zimmer, in der zweiten eine zerfallene Kapelle, in der dritten eine durch einen Felskamin erreichbare Kirche mit einem Kreuzgewölbe, vier Säulen und drei Apsiden. Dem Templon an der Hauptapsis begegnet man selten. Neben den auf den unverputzten Fels aufgetragenen Fresken aus dem Leben Jesu verlaufen rote Schmucklinien. Die einzelnen Etagen sind durch tunnelähnliche Felskamine miteinander verbunden. Die engen Tunnel konnten wie auch in den unterirdischen Städten bei Gefahr durch dicke runde Steinplatten verschlossen werden. Von dem rechts vom Museumseingang befindlichen Mönchskloster kann nur das Erdgeschoss mit einigen Räumen besichtigt werden, die übrigen Etagen sind eingestürzt und für die Besichtigung gesperrt.
Die St. Basileos Kapelle
steht im Eingangsbereich des Freilichtmuseums. In dem von Säulen unterteilten Vorraum befinden sich Grabhöhlen. Die im 11. Jahrhundert errichtete Kapelle ist ein rechteckiges Gewölbe mit drei Apsiden an der linken Längsseite. Die Fresken stellen an der Hauptapsis ein Jesus-Portrait, an der Vorderseite Maria mit dem Jesuskind, an der Nordmauer St. Theodorus auf einem Pferd, an der Südmauer St. Georg, ebenfalls auf einem Pferd und mit dem Drachen kämpfend, St. Dimitrius und zwei weitere Heilige dar.
Die Elmalı Kirche
hat neun Kuppeln, vier Säulen, drei Apsiden, einen Grundriss in Form des griechisch-orthodoxen Kreuzes und wurde Ende des 11. oder zu Beginn des 12. Jahrhunderts erstellt. Geometrische Motive und Kreuze wie in der St. Basileos-Kapelle und in der Barbara-Kirche sind auf den unverputzten Fels aufgetragen. Die Fresken stellen die Deesis, die Geburt, die Anbetung der Heiligen Drei Könige, die Taufe, die Auferstehung des Lazarus von den Toten, die Verklärung, die Reise nach Jerusalem, das Abendmahl, den Judas-Kuss, Jesus auf dem Weg nach GolgathaJesus am Kreuz, die Grablegung und Jesu Weg ins Reich der Toten, die Frauen am leeren Grabe, die Himmelfahrt Jesu und Heilige dar, ferner aus dem Alten Testament die Gastfreundschaft des Propheten Abraham und die Verbrennung der Drei Jünglinge im Feuerofen dar.
Die St. Barbara Kapelle
liegt hinter dem Felsen mit der Elmalı-Kirche. Sie hat einen kreuzförmigen Grundriss, zwei Säulen, eine Haupt- und zwei Nebenapsiden. Süd-, West- und Nordflügel sind überwölbt, die Mitte und der Ostflügel überkuppelt. Geometrische Motive und Fabelwesen in reicher Zahl sind mit roter Farbe auf den unverputzten Fels unter der Kuppel und auf die Wände aufgetragen. Ausserdem wurde ein Muster gemalt, das Mauerwerk vortäuschen soll. Die Kirche stammt aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts.
Die Fresken stellen Jesus Pantokrator an der Hauptapsis, im rechten Flügel St. Georg auf dem Pferd und mit dem Drachen kämpfend und St. Theodorus dar und im rechten Flügel St. Barbara.
Die Yılanlı oder St. Onouphrios-Kirche
aus dem 11. Jahrhundert hat einen quergeteilten, viereckigen und überwölbten Raum und einen kleineren Zusatzraum mit einer geraden Decke an der Südseite, in dem Gräber eingelassen sind. Die Apsis wurde in die linke Längswand eingemeisselt und, ohne sie zu vollenden, belassen. Der Eingang liegt an der Nordseite. Beidseitig des Gewölbes sind in Kappadokien verehrte Heilige abgebildet.
Die Fresken stellen links gegenüber dem Eingang Jesus mit der Bibel in der Hand, im Ostteil St. OnesimusSt. Georg und St. Theodorus mit dem Drachen kämpfend, die das wahre Kreuz tragende Helena und Konstantin; im Westteil die unbekleidete, langhaarige und vor einer Palme stehende Onouphrios und an ihrer Seite die Heiligen St. Thomas und St. Basileos, letzterer ein Buch in der Hand haltend, mit segnender Gebärde.
Im ersten nachchristlichen Jahrhundert lebten der Religion stark verhaftete Einsiedler in der ägyptischen Wüste. Um die Lebensphilosophie dieser Eremiten kennenzulernen, ging der Heilige Paphnutius im 4. Jahrhundert ebenfalls dorthin und lernte dabei die Eremitin Onouphrios kennen, die ein beispielhaftes Eremitendasein führte und der er, als sie starb, beistand.
Küchen-, Lager- und Essräume
Zwischen der Yılanlı- und der Karanlık-Kirche befinden sich drei miteinander verbundene Räume. Der erste ist ein Lagerraum mit Vertiefungen in den Wänden für die Vorräte, der zweite eine Küche mit einem tandır (Erdofen) Und der dritte der Essraum. Hier steht links vom Eingang eine steinerne Platte mit einer steinernen Sitzbank für etwa 40 - 50 Personen, und rechts eine Traubenpresse.
Die Karanlık Kirche
wurde Ende des 11., Anfang des 12. Jahrhunderts gebaut. Den rechteckigen, überwölbten Vorraum betritt man über eine gebogene Treppe an der Nordseite. An der Südseite des Vorraums liegt ein Grab. Das Kirchengewölbe hat einen kreuzförmigen Grundriss, eine Zentralkuppel, vier Säulen und drei Apsiden. Sie wird die Dunkle Kirche genannt, weil das Licht nur durch ein einziges kleines Fenster im Vorraum einfallen kann. Das ist auch der Grund für den guten Zustand der Farben, mit denen die Fresken gemalt wurden. Der Vorraum und das Kirchengewölbe sind mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament reichlich geschmückt. Die Fresken stellen die Fürbitte, die Verkündigung, die Reise nach Bethlehem, die Geburt, die Anbetung der Heiligen Drei Könige, die Taufe, die Auferstehung des Lazarus von den Toten, die Verklärung, die Reise nach Jerusalem, das Abendmahl, den Judas-Kuss, Jesus am Kreuz, Jesu Weg ins Reich der Toten, die Frauen am leeren Grabe, den Missionierungsauftrag an die Apostel, Jesu Himmelfahrt, die Gastfreundschaft des Propheten Abraham und die Drei Jünglinge im Feuerofen dar.
Die St. Katharinenkirche
liegt zwischen der Karanlık- und der Çarıklı-Kirche. Sie wurde im 11. Jahrhundert von einer Dame namens Anna in Auftrag gegeben und der Heiligen Katharina geweiht. Sowohl Vor- als auch Hauptraum haben einen kreuzförmigen Grundriss, der Hauptraum hat eine Zentralkuppel und Seitengewölbe. In den Boden des reliefgeschmückten Vorraumes sind neun Gräber eingelassen und in die Seitenwände zwei Grabnischen. Die Fresken im Hauptraum stellen an der Apsis die Deesis, darunter in Medaillons die Kirchenväter Gregor, Basileos und Johannes Chrysostomos; im Nordflügel an der Südwand St. Georg zu Pferde, gegenüber St. Theodorus, St. Katharina und andere Heilige dar.
Die Sandalias oder Çarıklı Kirche
hat zwei Säulen und zwei Eckpfeiler, ein Kreuzgewölbe, drei Apsiden und vier Kuppeln und stammt aus dem späten 12. Oder frühen 13. Jahrhundert. Ihr Name stammt vermutlich von den Fussspuren auf dem Fresko, das Jesu Himmelfahrt darstellt. Die Fresken sind in der Regel gut erhalten, weisen lange, grosse Figuren auf und ähneln denen in der Elmalı- und Karanlık-Kirche.
Die Darstellungen von Jesus auf dem Weg zur Kreuzigung und die Kreuzigung selber sind jedoch nur in der Çarıklı-Kirche vorhanden. Unter der Zentralkuppel sieht man Jesus Pantokrator, umgeben von Medaillons mit Brustbildern von Engeln, an der Hauptapsis die Deesis, an der Nordapsis Maria mit dem Kind, an der Südapsis den Erzengel Michael. Die Wandfresken stellen die Geburt, die Anbetung der Heiligen Drei Könige, die Taufe, die Auferstehung des Lazarus von den Toten, die Verklärung, die Reise nach Jerusalem, den Judas-Kuss, die Frauen am leeren Grabe, die Himmelfahrt Jesu und Heilige dar.


Die Kirchen von Göreme 

Die Durmuş Kadir Kirche
ist eine Basilika aus dem sechsten, siebten Jahrhundert mit groben Säulen, einem Taufbecken und einem Predigersitz mitten im Kirchenraum. Im Vorraum sind einfache Grabstellen in die Wände eingemeisselt. Die Kirche ist mit sehr schönen Felsenreliefs geschmückt und wurde nach dem Besitzer des Weinbergs benannt, in dem sie steht.
Die Yusuf Koç Kirche
ist ebenfalls nach dem Besitzer des Platzes, auf dem sie steht benannt. Sie stammt aus dem 11. Jahrhundert, hat einen kreuzförmigen Grundriss mit dem entsprechenden Gewölbe, vier (zerbrochene) Säulen und zwei Apsiden.
Die El Nazar Kirche
liegt in dem gleichnamigen Tal, das man etwa 800 m nach rechts abbiegend von dem Weg, der zum Göreme-Freilichtmuseum führt, findet. El Nazar könnte man mit 'Schicksal' übersetzen. Die Kirche in einem Feenkamin hat einen T-förmigen Grundriss mit Seitengewölben. Die teilweise zerstörte Zentralapsis liegt auf dem Schnittpunkt des T-Balkens. Der Boden ist völlig zerstört. Die Fresken stammen aus dem 10. Jahrhundert und stellen die Verkündigung, den Besuch des Erzengels Gabriel bei Maria, die Geburt, die Anbetung der Heiligen Drei Könige, die Flucht nach Ägypten, Jesus im Tempel, Maria bei Elisabeth, die Taufe, den von den Toten auferstandenen Lazarus, die Verklärung, den Weg nach Jerusalem, Jesus am Kreuz, Jesu Weg ins Reich der Toten und die Himmelfahrt Jesu sowie in Medaillons Heilige dar.
Die Saklı Kirche
wurde erst 1957 in der Nähe der El Nazar-Kirche entdeckt und heisst deshalb 'Versteckte Kirche'. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts gebaut, hat einen rechteckigen Grundriss und drei Apsiden. Der Hauptraum ist durch zwei Säulen mit drei Bögen zweigeteilt. Die Kirchenarchitektur ist mesopotamischen Ursprungs. Die gerade Decke ist mit Kreuzen und geometrischen Motiven bemalt. Diese und die Fresken sind auf den unverputzten Fels aufgetragen. Im Umkreis der Kirche wurden viele Farbläppchen gefunden. Eine Untersuchung ergab, dass diese anstelle von Pinseln für die Freskenmalerei benutzt wurden.
Die Fresken stellen die Deesis (Fürbitte), die Verkündigung, die Geburt, Jesus im Tempel, den Missionierungsauftrag an Johannes den Täufer, die Tauf, die Verklärung, Jesus am Kreuz, Marias Tod und Heilige dar.
Die Marien- oder Kılıçlar Kuşluk-Kirche
Die Marienkirche (11. Jh.) liegt hinter der Tokalı-Kirche an dem Steilhang südlich der Kılıçlar-Kirche etwa 250 m vom Göreme Freilichtmuseum entfernt. Der rechteckige, quer geteilte Kirchenraum hat zwei unterschiedlich hohe und große Gewölbe.
Die Fresken stellen die Deesis, die Reise nach Bethlehem, die Geburt, Jesus am Kreuz, den Tod der Maria und Heilige dar.
Die Kılıçlar Kirche
im gleichnamigen Tal etwa 600 m nordöstlich des Göreme-Freilichtmseums stammen aus dem späten 9. bzw. frühen 10. Jahrhundert. Die 'Schwerter'-Kirche hat einen kreuzförmigen Grundriss, vier Säulen, eine Zentralkuppel, an der Westseite Eckräume, eine glatte Decke und an der Ostseite drei überkuppelte Apsiden.
Die Fresken stellen die Voraussagen der Propheten, die Verkündigung, den Besuch des Erzengels Gabriel bei Maria, den Beweis der Jungfräulichkeit Marias, Josefs Anschuldigung, die Geburt, die Anbetung der Heiligen Drei Könige, den Traum des Josef, die Flucht nach Ägypten, Jesus im Tempel, den Missionierungsauftrag an Johannes den Täufer, Jesus mit Johannes dem Täufer, die Taufe, Jesus und Zacharias, die Heilung des Blinden, die Reise nach Jerusalem, das Abendmahl, die Fusswaschung, die Kommunion der Apostel, den Judas-Kuss, Jesus vor Hanna und Kaiphas, Jesus vor Pontius Pilatus, die Verleugnung von Jesus durch Petrus, Jesus auf dem Weg nach Golgatha, Jesus am Kreuz, die Abnahme Jesu vom Kreuz, die Grablegung Jesu, Jesu Weg ins Reich der Toten, die Frauen am leeren Grab, den Missionierungsauftrag an die Apostel, Jesu Himmelfahrt, die Ausgiessung des Heiligen Geistes, Marias Tod und Heilige dar.

Drei Jünglinge im Feuerofen


Der Prophet Daniel berichtet (im 3. Kapitel) die Geschichte der drei jüdischen Männer Hananja, Asarja und Mischael (in Dan. 3 werden ihre babylonischen Namen Schadrach, Meschach und Abed-Nego angeführt), die das goldene Bild Nebukadnezars nicht anbeten wollten und deshalb in den Schmelzofen geworfen wurden und ihm unverletzt entstiegen. Der Lobgesang der drei (Stücke zu Daniel 3, 27) wird in der Matutin (Frühgebet) gesungen. Nach Cyrill von Alexandria sollen die drei ein hohes Alter erreicht haben und unter dem persischen Herrscher Chambyses enthauptet worden sein.